Kirigisitan: Unser Rollende Reisen-Experte berichtet

Kirgisistan – ein Land, das unseren Rollende Reisen-Experten Christoph Petsch stark begeistert!

Bevor Herr Petsch das Rallye-Team von New Silk Road unterstützt hat, widmete er sich dem Studium des Tourismusmanagement. Dieses hat er überwiegend in den Niederlanden absolviert. Nach Abschluss des Studiums verschlug es ihn für mehrere Monate nach Bangkok, wo er hautnah das asiatische Lebensgefühl kennen und schätzen gelernt hat.
Nach weiteren Stationen in Ländern wie Katar zog es ihn letztendlich zurück in die Hamburger Heimat.
Mitgenommen in die Heimat hat er jedoch die Vorliebe für den asiatischen Raum, weswegen er sich dazu entschlossen hat, diese auch in seinen beruflichen Alltag einzubinden.

Von seinen Erfahrung mit dem einzigartigen zentralasiatischem Land Kirgisistan erzählt Ihnen Herr Petsch in diesem Interview. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!

Mit Christoph Petsch

Kirgisistan: ein rauhes und wildes Land?

  • Kirgisistan in 3 Worten.

    Kirgisistan wird in den meisten Reiseführern als raues und wildes Land beschrieben. Meiner Erfahrung nach beschreibe ich es lieber als freies und gastfreundliches Land mit einer unverfälschten Natur, welche selbst mich als hauptsächlich Städtereisenden über einen Wanderurlaub nachdenken ließ.

  • Wie oft warst Du schon dort?

    Insgesamt bin ich nun drei Mal in Kirgisistan gewesen. Bevor ich vor rund drei Jahren damit anfing mich beruflich mit diesem Land auseinanderzusetzen, wusste ich so gut wie nichts über Kirgisistan. Bei meinem ersten Besuch reiste ich im PKW von Usbekistan kommend nach Kirgisistan ein. Beim zweiten Mal kam ich aus entgegengesetzter Richtung mit dem Fahrzeug von der chinesischen Grenze. Mein letzter Besuch erfolgte mit dem Flugzeug an Bord einer Aeroflot-Maschine aus Moskau. Bereits beim Check-In wurde ich gefragt, ob ich mir denn auch sicher sei, dass dies mein richtiger Flug wäre.

    Mittlerweile würde ich jederzeit wieder dorthin reisen.

  • Konntest Du eine Veränderung des Landes zwischen deinen Besuchen feststellen?

    Da sich meine Besuche in Kirgisistan auf eine Zeitspanne von zwei Jahren zwischen 2018 und 2019 beschränken, kann ich keine nennenswerten Unterschiede zwischen den einzelnen Besuchen feststellen. In den ländlichen Gebieten abseits der großen Städte laufen die Uhren ohnehin bedeutend langsamer, sodass man vermutlich auch nach einer Spanne von 15 Jahren keine erheblichen Unterschiede erkennen könnte.

Ein Faible für deutsche Fahrzeuge

  • Auf was müssen sich Reisende einstellen? Was hat Dich bei Deinem ersten Besuch überrascht?

    Als Autoliebhaber und Mit-Organisator unserer „Rollenden Reisen” fiel mir zuerst die Vorliebe der Kirgisen für deutsche Fahrzeuge auf, insbesondere Mercedes Benz. Es schien, als würden ca. 90% der hier zugelassenen Fahrzeuge in Stuttgart vom Band gelaufen sein. Eine solche Hingabe fand ich bewundernswert.

  • Welche Spezialität muss ausprobiert werden?

    Kirgisistan ist zugegebenermaßen nicht für seine Kulinarik berühmt. Kulturell betrachten sich die Einwohner Kirgisistans als Nomaden. Die Mahlzeiten sollen nahrhaft sein und während des kalten Winters genügend Energie bereitstellen, um über schneebedeckte Gebirgspässe zu reiten und anschließend eine Jurte aufbauen zu können. Daher verwundert es einen nicht, dass die meisten Gerichte aus Kohlenhydraten und Hammelfleisch bestehen. Nicht selten werden etwa Kartoffeln, Reis und Nudeln in einem Gericht vereint. Es ist eine einfache Küche. Freunde von Hausmannskost werden jedenfalls auf Ihre Kosten kommen. Mein persönlicher Favorit sind die gefüllten Teigtaschen, welche wohl in jeder regionalen Küche zwischen Warschau und Shanghai zu finden sind. In Kirgisistan nennt man diese Manty und sie schmecken hervorragend. Frisches Gemüse stellt eher eine Seltenheit dar. Dies liegt an der schwer zu bewirtschaftenden Topographie des Landes, 80% bestehen aus Gebirge. Eine Ausnahme bildet die Region des Ferghana-Tals an der Grenze zu Usbekistan. Die Wassermelonen aus Osh sollen die besten der Ex-Sowjetunion sein (Das wurde mir allerdings auch bei einem Besuch in Tashkent eingeredet).

Kirgisistan: am besten mit unserer Rallye und ortskundigem Guide

  • Vorteile eines Roadtrips gegenüber einer durchgeplanten Rundreise?

    Meiner Meinung nach bietet sich für den Besuch in Kirgisistan eine Mischung aus Roadtrip und geführter Reise an. Es ist unheimlich aufregend, das Land etwa im eigenen PKW zu bereisen und auch einmal abseits der Pfade einen Einblick in das Leben der Menschen zu bekommen. Dennoch bleibt einem vieles im Verborgenen, wenn man nicht auf die Hilfe eines ortskundigen Guides zurückgreifen kann. Somit bin ich überzeugter Anhänger unserer Rallyes im eigenen Fahrzeug um dieses Land kennenzulernen.

  • Welche Reise würdest du empfehlen, um das Land kennenzulernen?

    Als ideale Reise durch das Land empfehle ich unsere Rallyes im eigenen PKW oder Oldtimer. Sobald man den Grenzposten aus Usbekistan kommend passiert, befindet man sich in Osh. Die nach der Hauptstadt Bishkek zweitgrößte Stadt besticht durch ein buntes und quirliges Treiben. Der örtliche Basar gibt einen guten Eindruck über die Relevanz dieser Stadt als Knotenpunkt zwischen Zentralasien und China. Sobald man die Stadtgrenze passiert, führen einen die Straßen immer weiter ins Gebirge und man überquert mehrere Pässe mit fantastischem Panoramablick. Die Luft ist klar, die Sonne angenehm warm und die Stille lässt sich mit keinem anderen Ort vergleichen, den ich bislang bereist habe. Die letzte Übernachtung vor der chinesischen Grenze nehmen wir auf diesen Reisen in einem kleinen Nomadendorf vor. Mit etwas Glück stellt der Gastwirt auch schon mal seine Jurte zur Verfügung. Eine außergewöhnlichere Übernachtungsmöglichkeit gibt es entlang der 15.000 km zwischen Hamburg und Shanghai kein zweites Mal.

  • Welche Sehenswürdigkeit hat dir am besten gefallen?

    Die meisten Sehenswürdigkeiten des Landes sind vermutlich in der Hauptstadt Bishkek zu finden. Da ich diese auf meinen bisherigen Reisen jedoch nie besucht habe, blieben mir diese bislang verwehrt. Dennoch ist mir viel Sehenswertes in Erinnerung geblieben. So zum Beispiel der Mix aus kirgisischen, orientalischen und sowjetischen Einflüssen, welche hier in einem Schmelztiegel der Kulturen aufeinander treffen und sich sowohl in der Küche als auch in der Architektur und Religion der Stadt wiederfinden.

  • Was bleibt dir in Erinnerung?

    Ein Mittagessen in Osh, welches spontan zu einer Verkostung verschiedener lokaler Vodkasorten ausuferte. Ursprünglich als schneller Imbiss nach dem Grenzübertritt aus Usbekistan gedacht, wurde ich vom Nachbartisch von einem älteren Herren aufgefordert neben ihm Platz zu nehmen. Dieser Einladung kam ich natürlich gerne nach. Es stellte sich heraus, dass der Herr zu Sowjetzeiten in einer Kaserne in Brandenburg untergebracht war und überraschte mich mit einwandfreiem Deutsch. Einige Gläser später wurden auch meine Russischkenntnisse besser.

Auf ins Abenteuer! Auf nach Kirgisistan!

Auf über 13.000 km von Hamburg bis Shanghai. In 52 Tagen durchqueren Sie acht Länder: Von Deutschland über Polen, Weißrussland, Russland, Kasachstan, Usbekistan und Kirgisistan bis nach China. Erleben Sie das Abenteuer gemeinsam mit Freunden oder Familie in Ihrem Oldtimer! Melden Sie sich bei unserem erfahrenem Team der Rollenden Reisen von New Silk Road!

Mailin Zanke