Entlang der Wolga von Wolgograd nach Astrachan

Das Wolgodelta ist mit einer Fläche von 27.244 km² das größte Flussdelta Europas. Das Flussdelta liegt im Südosten des europäischen Teils Russlands und im Westen Kasachstans. Damit stellt es ein Verbindungsstück zwischen Europa und Asien dar.

Seerosen im Wolgadelta

Ursprung des Flussdeltas

Ein Delta oder Flussdelta ist eine Mündung die in einen See oder ein Meer fließt. Dabei gabelt sich der Hauptstrom in abgehende Nebenströme. Aus der Luft sieht man bei einem Delta daher meist einen dreieckigen Grundriss, zwischen dem Haupt- und den Nebenströmen. Der Ursprung des Begriffs für das Delta geht auf die Zeit der Phönizischen Schriften (11. bis 5. Jhrdt. v. Chr.) zurück. Der dortige Buchstabe Daleth wurde später als Delta (Zeichen = Δ) in die griechische Schrift übernommen. Der griechische Historiker Herodot verwendete den Begriff Delta, zur Beschreibung des Nildeltas und deren Ausdehnung. Vermutlich benutzte er den Begriff, da das Flussdelta an die dreieckige Form des griechischen Buchstabens erinnert. Erst später wurde die Bezeichnung Delta allgemein als Fachbeschreibung eines Flussdeltas verwendet.

Das Wolgadelta

Obwohl das Wolgadelta heute das größte Flussdelta Europas ist, war dies nicht immer der Fall. Im Jahre 1880 hatte das Wolgadelta gerade einmal eine Fläche von ein wenig über 3.000 km². Erst im 20. Jahrhundert wuchs das Delta erheblich, da sich der Wasserstand des Kaspischen Meeres veränderte.
Auch bietet das Wolgadelta eine erstaunliche Artenvielfalt an Tieren. Weite Teile des Deltas sind aus diesem Grund unter Naturschutz gestellt. Besonders wichtig ist das Flussdelta für Zugvögel und anderer Vogelarten. Auch Fischarten sind hier in Massen zu finden. Zusammen mit dem Donaudelta, bildet das Wolgadelta eines der fischreichsten Gebiete Zentralasiens und Europas.

Die Wolga

Die Wolga ist der längste und wasserreichste Fluss Europas und verläuft durch Russland und mündet im Kaspische Meer. Insgesamt 200 größere Nebenflüsse und ein Einzugsgebiet von insgesamt 1,36 Millionen km² Fläche hat der längste Fluss Europas. An dem fruchtbaren Fluss sind auch archäologische Funde von frühzeitlichen Siedlungen gefunden worden. Seit Urzeiten siedelten an der Wolga aus diesem Grund Menschen. Besonders hervorzuheben ist die Bedeutung der Wolga als Handelsroute und Transportweg.
Viele der an der Wolga liegenden Orte habe ihren Namen aufgrund der Lage an der Wolga erhalten. Beispiele hierfür sind z.B. der Ort Wolgograd (übersetzt Wolgastadt), Wolschki (übersetzt Wolga-Ort) oder auch der frühere Name Astrachans – Itil oder Ätil. Der Name Itil oder Ätil bedeutet übersetzt großer Fluss und leitet sich von der türkischen Bezeichnung der Wolga ab.

Am Ufer der Wolga

Die Stadt Wolgograd

An der Wolga liegt die Millionenstadt und das wichtige wirtschaftliche Zentrum, Wolgograd. Vielen ist die Stadt noch unter ihrem vorherigen Namen bekannt – Stalingrad. Die Stadt erlangte unter diesem Namen im 2. Weltkrieg traurige Berühmtheit. Im Zuge der Entstalinisierung wurde die Stadt Anfang der 1960er Jahre in Wolgograd umbenannt.

Vogelperspektive von Wolgograd

Auch heute ist die Stadt noch von der damaligen sowjetischen Architektur geprägt. Besonders eindrucksvoll ist die Mutter-Heimat-Statue, die mit insgesamt 85 Metern Höhe eine der höchsten Statuen der Welt ist. Die Statue wiegt fast 8.000 Tonnen und trägt ein 33 Meter langes Schwert.

Die Mutter-Heimat-Statue in Wolgograd

Astrachan

Schon der heutige Name Astrachans lässt noch auf seine Ursprünge als Umschlagsplatz für Handelswaren deuten. Den Namen hat die Stadt dank der Felle der jungen Karakulschafe, die dort viel gehandelt wurden. Die Stadt mit dem Spitznamen “Kaspische Hauptstadt” wurde schon seit dem 6. Jahrhundert als Warenumschlagplatz genutzt. Über Astrachan fanden die Karakulschafe früher den Weg bis nach Europa. In Buchara und Khiva in Usbekistan wurden die Schafe damals gezüchtet. Mit Karawanen brachte man sie über Kasachstan in die russische Stadt Astrachan, von wo sie über die Wolga nach Nischni Nowgorod verschifft wurden. Später wurden sie dort auch von deutschen Fellhändlern gekauft und fanden so auch den Weg nach Europa.
In Astrachan sind Bauwerke aus verschiedenen stilistischen Epochen vorhanden. Von Renaissance, Klassizismus, Mauren oder russisch orthodoxen Einflüssen ist alles vorhanden. Besonders bekannt ist die Stadt außerdem für den Astrachaner Kreml. Er wurde im 16. Jahrhundert nach dem Vorbild anderer russischer Festungen (wie dem Moskauer Kreml) erbaut und liegt mitten in der Stadt.

Der Astrachaner Kreml

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