Kamele – Wüstentiere entlang der Seidenstraße

Nur schleppend bewegt sich die Karawane in der prallen Mittagssonne voran. Schweiß tropft den Händlern von der Stirn, während sie sich entlang der alten Seidenstraße vorankämpfen. Bis zur nächsten Oase wollen sie es noch schaffen, bevor sie eine Rast einlegen. Der Feind sind keine Jäger oder wilde Tiere – die Hitze ist es, die die Taklamakan-Wüste zu einer der gefährlichsten Wüsten der Erde macht. Trotzdem ist es die Beschwerlichkeiten wert: Seide, Wolle, Gold, Silber und auch Ideen wurden über die Seidenstraße gehandelt. Allerdings wäre all dies nicht zu Fuß möglich gewesen. Der beste Freund der Händler entlang der Seidenstraße waren Kamele. Ohne die Tiere wäre der Handel vermutlich nicht möglich gewesen.

Unterwegs wie einst Nomaden: mit Kamelen durch die Wüste

Wertvolle Wegbegleiter in der Wüste

Kaum ein anderes Tier wird so sehr mit der Wüste in Verbindung gebracht wie das Kamel. Dass das Kamel eines der bekanntesten Wüstentiere ist, hat natürlich einen Grund, denn Kamele können bis zu vier Wochen ohne Wasser auskommen.
Besonders in Sandwüsten, in denen hohe Temperaturen eine Gefahr sind, ist diese Eigenschaft wichtig. Das Wasser speichern die Tiere in ihren Mägen und nicht wie häufig angenommen in den Höckern. In den Höckern befinden sich entgegen häufiger Annahmen Fetteinlagerungen, die den Tieren als Energiereserve dienen können.

Kamele in der Taklamakan

Dazu kommt, dass die Tiere bis zu 450 Kilogramm an Gewicht tragen könnten. Die gewöhnliche Traglast beträgt jedoch „nur“ 150 Kilogramm. Allerdings sind Kamele damit trotzdem eines der besten natürlichen Fortbewegungsmittel in der Wüste.

Dromedar oder Kamel?

Oft hat man schon gehört, dass man Dromedare anhand der Höcker von Kamelen unterscheiden könne. Das ist allerdings noch nicht ganz richtig. Genau genommen gehören Dromedare und Trampeltiere zu der Gruppe der Altweltkamele. Umgangssprachlich sind es also diese beiden Tierarten, die wir als Kamele bezeichnen.
Während das Dromedar nur einen Hocker besitzt, verfügt das Trampeltier über zwei Höcker.

Trampeltier mit zwei Höckern

Im Gegensatz zu den Altweltkamelen, steht noch die Gruppe der Neuweltkamele. Dies sind z.B. Lamas und Vikunja, die keine Höcker besitzen. Während die Altweltkamele hauptsächlich in Wüstengebieten in Asien, Afrika und auch Australien vorzufinden sind, findet man die Neuweltkamele in Südamerika vor.

Entlang der alten Handelswege

Heutzutage lässt sich die Seidenstraße allerdings auch mit moderneren Mitteln bereisen. Auf unseren Autorallyes fahren wir über die Seidenstraße nach China und treffen auf dem Weg dahin das eine oder andere Kamel. Es ist ein Aufeinandertreffen von alt und neu. Die Tiere sind Teil der antiken Seidenstraße und haben den Austausch über die alten Handelswege überhaupt erst möglich gemacht. Sei es Kasachstan, Usbekistan oder der Nordwesten Chinas – entlang der Seidenstraße sind die Wüstentiere fast allgegenwärtig.

Wir nehmen Sie nun mit auf unsere Begegnungen, die unsere Rallye-Teilnehmer auf ihrem Weg nach China mit Kamelen gemacht haben.

Kamele entlang der Seidenstraße sind ein Stück Zeitgeschichte. Ähnlich wie Basare und Bauwerke entlang der Seidenstraße zeigen sie uns, wie ein Leben zu Zeiten der alten Seidenstraße gewesen sein muss und wecken damit auch heute noch die Faszination für die wohl berühmtestes Handelsstraße der Welt.

Erleben Sie das Wüstenleben entlang der Seidenstraße!

Auf über 13.000 km von Hamburg bis Shanghai. In 52 Tagen durchqueren Sie acht Länder: Von Deutschland über Polen, Weißrussland, Russland, Kasachstan, Usbekistan und Kirgisistan bis nach China. Erleben Sie das Abenteuer gemeinsam mit Freunden oder Familie in Ihrem Oldtimer! Melden Sie sich bei unserem erfahrenem Team der Rollenden Reisen von New Silk Road!

Niklas Júlíusson
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