Der heilige Berg Kailash

Für viele Menschen ist der Berg Kailash auch heute noch ein heiliges Naturwunder. Zudem hat der Berg eine enorme Bedeutung für den gesamten indischen Subkontinent.

Der Berg Kailash

Berg am Dach der Welt

Der Berg Kailash befindet sich im Gangdise-Gebirge in Tibet – dem Dach der Welt. Obwohl der Berg in Tibet liegt, ist der Berg ganze 1.280 km von Lhasa entfernt. Näher als an der tibetischen Hauptstadt, liegt der Berg jedoch an Delhi in Indien. Ungefähr 980 km trennen den heiligen Berg von der indischen Großstadt. Das der Berg näher an Delhi als an Lhasa liegt, hat jedoch seine Gründe.
Die Region Ngari, in der der Kailash liegt, galt bis vor kurzer Zeit noch als eine der am schwersten zugänglichen Regionen der Welt. Dies hat sich erst im Verlauf der letzten Jahre geändert. 2010 wurde der ca. 200 km entfernte Flughafen Ngari-Günsa eröffnet, der mit einer Höhe von 4.274 Metern über dem Meeresspiegel, der viert höchste Flughafen der Welt ist.
Der Kailash liegt außerdem in einem Gebiet, was für den gesamten Wasserlauf des tibetischen Hochlandes und der Wasserversorgung für den indischen Subkontinent von Bedeutung ist. Den dort entspringen vier große Flüsse: Der Indus, der Brahmaputra, der Satluj und der Karnali. Während der Indus der längste Fluss des indischen Subkontinents und wichtigster Strom Pakistans ist, ist der Karnali einer der Zuflüsse des Ganges. Der Brahmaputra hingegen ist der wasserreichste Strom Asiens und einer der 20 längsten Flüsse der Welt.

Der heilige Berg Kailash

Der Heilige Berg Kailash

Das so ein bedeutender Berg auch religiöse Bedeutung hat, ist einleuchtend. Für Glaubensströme des tibetischen Buddhismus, Hinduismus, Jainismus und Bön, gilt der Berg als eines der bedeutendsten spirituellen Orte und heiligster Berg. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Berg ein Pilgerziel von Gläubigen aus aller Welt darstellt. Hierbei wird der Glauben bei einer Umrundung des Berges auf die Probe gestellt. 53 km muss man gehen, um den Berg einmal zu umrunden. Der Weg ist an seiner höchsten Stelle ist 5.700 Meter hoch. Dabei erkennt man die verschiedenen Religionen unter anderem, an der Richtung in der sie den Berg umrunden. Während Buddhisten, Hinduisten und Anhänger des Jainismus den Berg im Uhrzeigersinn umrunden, gehen die Anhänger der Bön den Weg entgegen des Uhrzeigersinns.

Jainismus
Bön

Der Weltenberg Meru

In Glaubensströmen des Buddhismus, Hinduismus und Jainismus, ist von dem heiligen Weltenberg Meru (auch Sumeru genannt) die Rede. Er ist Wohnsitz von Gottheiten und bildet den Mittelpunkt des Universums. Viele unterschiedliche Legenden ranken sich um den heiligen Berg. Daher gibt es auch verschiedene Orte, an denen sich Meru befinden soll. China, Japan und Bali sind z.B. alles Orte, die auf den Weltenberg Bezug nehmen. Der Kailash ist einer dieser Orte ist und man kann den Berg wegen seiner religiösen Bedeutung nicht besteigen.
Einer Legende nach, bestieg der wichtige Yogi Milarepa, den Berg im Jahre 1.100 nach Christus. Er galt als einer der wichtigen Vertreter der Kagyü-Schule des tibetischen Buddhismus. Bis heute soll er die einzige Person sein, die den Berg bestiegen hat.

Das Königreich Guge

Mehrere hundert Kilometer nordwestlich des Kailash, befindet sich eine weitere Sehenswürdigkeit. Die Ruinen eines alten Königreiches, das wie auch der Kailash, eine Bedeutung für den tibetischen Buddhismus hat. Das Königreich Guge entstand im 10. Jahrhundert und überdauerte bis in das 17. Jahrhundert. Viel über die Geschichte des Königreiches ist unklar, allerdings sind die Ruinen immer noch beeindruckend.

Bekannt ist, dass der älteste Sohn des Königs von Guge, den wichtigen buddhistischen Gelehrten Atisha in das Königreich einlud. Der indische Gelehrte konnte aufgrund politischer Spannungen mit Nepal, nicht in sein Heimatland zurückkehren. Daraufhin starteten die Phase der Neuen Übersetzung buddhistischen Texte aus dem Sanskrit ins Tibetische und die Phase der zweiten Verbreitung des Buddhismus in Tibet. Mehrere Jahre blieb Atisha in Tibet und verbreitete die Lehren des Buddhismus. Nach einiger Zeit machte er sich auch auf den Weg nach Zentraltibet, wo er in der Nähe von Lhasa hunderte von Mönchen traf. Atisha unternahm noch viele Reisen durch Tibet und verstarb letztendlich auch dort.

Buddhistische Mönche in Tibet

Der Kailash ist auch heute noch ein Pilgerziel für Viele. Wenn man sich für den tibetischen Buddhismus interessiert, sind der heilige Berg und das Königreich Guge interessante Orte die man besuchen kann. Durch die Entfernung zu anderen tibetischen Orten wie Lhasa, Gyantse oder Shigatse, passen sie zeitlich vielleicht nicht in jede Reise.

2018 waren wir im Oldtimer in Tibet unterwegs und haben unter anderem den Kailash und das alte Königreich Guge besucht. Einen Bericht über diesen Streckenabschnitt der Tour, finden Sie hier.

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