Das heilige Herz Usbekistans: Buchara

Die schiere Fülle an Prachtbauten ist heute noch Zeugnis dafür, welchen Reichtum die Stadt Buchara über ihre 2.000-jährige Geschichte hinweg erlangt hat. An der historischen Seidenstraße gelegen, die einst China über Zentralasien mit Europa verband, prosperierte die Stadt wirtschaftlich und avancierte zu einem der wichtigsten Handelszentren. Eine Position, die sich noch heute in den aufwendig mit Mosaiken und Türkisen verzierten, historischen Gebäuden widerspiegelt.

Buchara war aber nicht nur eines der florierenden Handelszentren entlang der Seidenstraße, sondern es ist auch ein wichtiger Bildungsstandort der islamischen Gelehrsamkeit. Dies brachte Buchara wahrscheinlich ihren früheren Namen „Buchara-i-Scherif“ ein: „heiliges Buchara“. So mag sich auch das Sprichwort „Überall auf der Welt kommt das Licht auf die Erde herunter, nur im heiligen Buchara steigt es von der Erde hinauf“ erklären.

Buchara: Von der Zerstörung bis zur eigenen Republik

Die heute in Usbekistan liegende Stadt Buchara hat im Laufe der Geschichte nicht nur eine Zerstörung überstehen müssen. 1.220 n. Chr. fast vollständig durch die Truppen Dschingis Khans zerstört, wurde sie in der Folge wiederaufgebaut. Die neu erscheinende Pracht sollte zumindest 700 Jahre Bestand haben. 1920 fielen drei Viertel der Stadt dem Russischen Krieg und der Zerstörung durch die Rote Armee zum Opfer. Im gleichen Jahr wurde die Sowjetische Volksrepublik Buchara gegründet, jedoch 1924 in die neu gegründete Usbekische Sozialistische Sowjetrepublik eingegliedert, die bis 1991 die administrative Macht über das Gebiet hatte.

Dschingis Khan

Bucharas herrliche Moscheen

Moscheen bilden eine ganz entscheidende Säule in der Geschichte Bucharas und zählen nicht überraschend zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Gerade der Status der Stadt als islamisches Bildungszentrum ist Grund dafür, dass hier Ende des 19. Jahrhunderts gut 360 Moscheen angesiedelt waren. So viele sind es heute nicht mehr, aber es stehen hier noch bedeutende und wunderschöne islamische Gotteshäuser.

Die Kalon-Moschee

 

Die Magoki-Attori-Moschee

Eine dieser Moscheen ist die Magoki-Attori-Moschee. Die heute fast 6 Meter unter dem Meeresspiegel liegende Moschee verdankt dieser Lage ihren Namen. „Magoki“ heißt in der Landessprache nichts weniger als „Grube“. Die Hauptfassade des zu den ältesten Moscheen Zentralasiens gehörenden Gotteshauses stammt aus dem 12. Jahrhundert. Die eher schlicht anmutende Moschee zeigt an ihrer antiken Fassade immer noch Reste einer Türkisverzierung.

Die Baland-Moschee

Die aus dem 16. Jahrhundert stammende Baland-Moschee überzeugt in erster Linie durch ihre extravagante und wunderschöne Innenausstattung. Hier sind kunstvolle Fayence-Fliesen, Goldmalereien und aufwendigen Holzintarsien, die die Decke bilden, zu bewundern.

Die Kalon-Moschee

Die wohl schönste Außenfassade besitzt die zweitgrößte Moschee Zentralasiens: die Kalon-Moschee. 1514 fertiggestellt, ist sie durch sieben Tore zu betreten, wobei sich der Haupteingang an der Ostseite befindet. Deutlich sehenswerter ist allerdings die Westseite mit der Gebetsnische Mihrab, die mit blauen Kacheln wunderschön verziert worden ist.

Chor Minor und Kalon-Minarett

Das Chor Minor

Die beiden wohl bekanntesten Wahrzeichen der Stadt sind das Chor Minor und das Kalon-Minarett. Markantes Merkmal des Chor Minors sind die türkisblauen Dächer der vier Türme. Das Torgebäude liegt innerhalb des historischen Zentrums. Dieses Viertel gehört inzwischen zum UNESCO-Weltkulturerbe und sollte einen Besuch mehr als wert sein. Das Chor Minor war ursprünglich Teil einer 1807 errichteten Medrese, einer islamischen Bildungseinrichtung. Ebenfalls im historischen Zentrum gelegen, imponierte das Kalon-Minarett Dschingis Khans wohl so sehr, dass er es verschonte und nicht dem Erdboden gleichmachte. 1127 wurde das 50 Meter hohe Minarett errichtet und diente neben seiner religiösen Funktion auch als Wach- und Orientierungsturm. Anreisende Karawanen konnten sich auf ihrem Weg durch die Wüste an diesem Turm orientieren.

Das Kalon-Minarett

Medresen: Bildung und Schönheit vereint

Eine der schönsten Medresen in Buchara ist die Abdulaziz-Khan-Medrese. In dieser islamischen Bildungseinrichtung wurden nicht nur Korankenntnisse, sondern auch Sprachkenntnisse vermittelt. Die 1652 errichtete Medrese steht direkt gegenüber der 250 Jahre älteren Ulugbek-Medrese. Die Errichtung dieser Gebäudes folgt einem zentralasiatischen Städtebauprinzip, das die Wichtigkeit der Gebäude unterstreichen soll. Beide Medresen bestechen durch ihre schöne und landestypische Verzierung der Haupttore, die sich einander gegenüberstehen. Aber auch das innere, wenn auch nicht so farbenfroh, ist einen Besuch wert.

Für das leibliche Wohl

Zu einer schönen Stadt gehört aber auch eine ansprechende Kulinarik. Hier bietet sich eines der vielen Restaurants um den Labi Hovuz an. Diese Lage ist besonders schön, da man von vielen Restaurants nicht nur einen schönen Blick auf stattliche Gebäude, sondern auch auf den Teich Hovuz hat. Die lange Geschichte der Juden in Buchara hat sich auch auf die regionale Küche ausgewirkt. Ein bekanntes Gericht ist Oshi Sabo. Dieser Eintopf wird traditionell über Nacht aus Fleisch, Reis, Gemüse und Früchten langsam gekocht. Durch die Früchte erhält es seinen typischen süß-säuerlichen Geschmack. Genauer genommen ist es eine Variation des Tscholent (oder auch Hamin), ein klassischer jüdischer Eintopf. Dazu passt dann auch gut ein vor Ort gebrautes Bier.

Moscheen oder auch Medresen – das sind nur einige der wirklich sehenswerten und landestypischen Gebäude, die man von Buchara bestaunen kann. Sie erinnern an die alte Zeit, als die Seidenstraße für den wirtschaftlichen Aufstieg sorgte und auch dabei half, den Islam zu verbreiten. Mit Oshi Sabo kann die Zeit in Buchara dann auch noch kulinarisch begleitet werden.

Labi Hovuz

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Frederik Schmitz
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