Atyrau – zwischen Asien und Europa

Atyrau ist eine der wenigen transkontinentalen Städte. Sie liegt sowohl auf dem europäischen wie auch dem asiatischen Kontinent. Abgegrenzt werden die beiden Teile durch den Fluss Ural.

Das Königreich des Öls

Die meisten Leute werden vermutlich mit dem Ort Atyrau nichts anfangen können. Fragt man jedoch die Kasachen, kommt ihnen vermutlich sofort ein Begriff in den Sinn. Atyrau ist bekannt für seine Ölvorkommen. Die Stadt in der Nähe des Kaspischen Meeres lebt hauptsächlich von der Ölförderung.

Allgemein ist die Stadt als Ölhauptstadt Kasachstans bekannt. Nicht Saudi-Arabien sondern Atyrau steht hier für Öl. Und das nicht ohne Grund. Im Ländervergleich lag Kasachstan 2018 weltweit auf Platz 13 der Länder mit der höchsten Ölförderung. Auch heute noch sind mehr als 300 ausländische Ölunternehmen in Atyrau tätig.

Erdölförderung

Gründung von Atyrau

Atyrau wurde im Jahr 1640 von den Gebrüdern Gurjew gegründet. Die russischen Kaufleute ließen sich am Ural nieder, der zu dieser Zeit noch Jaizk genannt wurde. Daher trug die Siedlung bis in das Jahr 1708 noch den Namen Nishni Jaizk. Zu Ehren der Gründer wurde sie ab 1708 in Gurjew umbenannt.

Am 16. Dezember 1991 erlangte Kasachstan Souveränität als eigener Staat. Zuvor war Kasachstan noch Teil der Sowjetunion. Im Zuge dessen bekamen viele Städte in Kasachstan einen neuen Namen zugewiesen. Gurjew wurde wie viele andere Städte umbenannt und war ab diesem Zeitpunkt unter dem Namen Atyrau bekannt. Der Name Atyrau lässt sich als „Mündung des Flusses“ übersetzen. Da der Ural nahe der Stadt Atyrau in das Kaspische Meer mündet, ist dies vermutlich der Ursprung des Städtenamens.

Asien und Europa

Eine Besonderheit der Stadt ist, dass sie auf zwei Kontinenten liegt – Asien und Europa. Der Ural, der durch die Stadt fließt, teilt die Stadt in einen europäischen und einen asiatischen Teil. Dementsprechend überschreitet man die Kontinente, wenn man die Brücke über dem Ural quert.

Der europäische Teil der Stadt ist größer, da die Stadt dort ursprünglich gebaut wurde und sich erst danach zum asiatischen Teil hin ausgeweitet hat.

Die Manjali-Moschee

Ein Highlight bei dem Besuch in Atyrau ist die Manjali-Moschee. Ihr Bau dauerte von 1999 bis 2001. Obwohl die Moschee keine historische Geschichte hat, ist sie mit den blauen Kuppeln und Verzierungen ein einzigartiges Fotomotiv. Insgesamt 600 Personen können die Moschee besuchen. Neben der Moschee gibt es in Atyrau noch einige Museen, ein Theater und eine Philharmonie.

Die Manjali-Moschee

Zentralasiatische Küche

Kulinarische Spezialitäten in Atyrau sind z.B. Plow (ein Reisgericht, das meist mit Fleisch und Gemüse zubereitet und wie ein Eintopf mit Brot serviert wird), Beschbarmak (Suppe mit Nudeln und geraspeltem Fleisch), Samsa (kleine Teigtaschen mit Fleisch- oder Gemüsefüllung) und Schaschlik. Typische Getränke sind Koumis (gegorene Stutenmilch), das aus gegorener Gerste zubereitete Dsharma und das aus Hirse hergestellte Boso.

Leckeres Schaschlik

Schaschlik

Von Astrachan nach Atyrau